Endlich: Student (43) reicht nach 15 Jahren BAföG-Unterlagen korrekt ein

Torben F. (43) freut sich über seinen korrekten BAföG-Antrag. Foto: Pixabay
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Mainz – Torben F. (43) kann es nicht glauben: Der Lehramtsstudent hat es doch tatsächlich nach 15 Jahren und etlichen Behördengängen geschafft, seinen BAföG-Antrag korrekt einzureichen. Die unfreundlichen BAföG-Mitarbeiter konnten in seinem letzten Antrag keinerlei Fehler entdecken.

Torben F. (43) freut sich über seinen korrekten BAföG-Antrag. Foto: Pixabay

Alle Dokumente beisammen

Der Alkohol fließt heute vor dem BAföG-Amt in Mainz in Strömen. Torben F. (43) feiert mit Freunden und Kommilitonen die Vollständigkeit seines Antrags auf Ausbildungsförderung. Mit Tränen in den Augen berichtet Torben: „Schön, einfach nur schön. Ich kann es gar nicht fassen… – nach 15 Jahren! Ich geh da rein, knalle meinen Antrag mit allen möglichen Dokumenten auf den Tisch und mache mich schon darauf gefasst, von einem dieser Menschenfresser auseinandergenommen zu werden, und dann sagt die Olle nur: ‚Okay. Alles drin.‘“ Torben berichtet, er sei völlig perplex gewesen, habe mehrmals gefragt, ob er wirklich gehen könne. Richtig glauben kann er das ganze immer noch nicht. „Puh, keine Ahnung, was ich jetzt mit meinem Leben anfangen soll“, erzählt uns Torben. „Eventuell habe ich jetzt Zeit, ein paar Seminare und Vorlesungen zu besuchen. Mit meinem Studium habe ich nämlich noch gar nicht beginnen können, wegen dem ganzen Hick-Hack hier mit den Behörden.

Unendliche Bürokratie

Torben F. hat eine wahre Odyssee hinter sich. „Die wollten wirklich alles wissen“, berichtet er. „Bei meinem letzten Antrag habe ich vorsichthalber noch meine Tagebücher aus den 90ern dazugelegt. Sicher ist sicher. Scheint ja geholfen zu haben.“ Sogar Blut- und Stuhlprobe habe er vorsichtshalber dazu gepackt. „Merkwürdigerweise hatten die dafür sogar extra Behältnisse. Scheint also die Regel zu sein.“ Auch musste Torben auflisten, mit wem er alles schon rumgeknutscht hat, wie viele Legosteine er besitzt (mit Nachweisen!) und in einem Essay beschreiben, wie er sich das Leben und Überleben in einer postapokalyptischen Welt vorstellt, in der nicht alles bürokratisch geregelt ist.

Dann die Hiobsbotschaft

Die Feierlichkeiten sind gerade in vollem Gange, als sie ein abruptes Ende finden. Ein Sachbearbeiter, der gerade Feierabend macht, sagt Torben im Vorbeigehen, dass sein Antrag zwar vollständig sei, er aber keinen einzigen Cent bekäme, da seine Ur-ur-ur-Großtante im 19. Jahrhundert zehn Reichsmark zu viel Witwenrente erhalten habe, die sie nicht korrekt versteuert hat. Das hätte er sich mal besser vorher überlegen sollen, was seine Verwandte da in der Vergangenheit verzapft hat. Die Stimmung kippt sofort und Torben ist am Ende. „Was soll ich denn jetzt machen?“, kreischt er. „Ich habe mein ganzes Leben auf diesen Antrag ausgerichtet! Jetzt sind 15 Jahre Arbeit futsch!“ Wir können Torben immerhin etwas beruhigen: Hätte er sein Lehramtsstudium richtig durchgezogen, wäre er jetzt auch am Arsch.

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