Kaffee kochen und Müll rausbringen will gelernt sein – Job-Experten pro Praktikum

Mit Milch? Ein oder zwei Würfel Zucker? Und der Müll ist auch noch nicht raus gebracht! - Praktikanten haben es schwer
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Mit Milch? Ein oder zwei Würfel Zucker? Und der Müll ist auch noch nicht raus gebracht! - Praktikanten haben es schwer

Mit Milch? Ein oder zwei Würfel Zucker? Und der Müll ist auch noch nicht rausgebracht! – Praktikanten haben es schwer

Köln – In der Arbeitswelt sind sie so verhasst wie Überstunden und Kürzung des Urlaubsgeldes: Praktikanten. Zudem verrichten sie zu 99 Prozent nur niedere oder gar keine Arbeiten. Doch Experten sind sich einig: Ein Praktikum – wenn es richtig durchgeführt wird – bereitet perfekt auf die Arbeitswelt im Niedriglohnsektor vor.

Praktikanten: Eine Plage

Praktikanten, die Geißel der modernen Arbeitswelt: Sie können NICHTS, wissen NICHTS und tun NICHTS. „Ich hasse diesen Typ Mensch“, so ein Mitarbeiter eines großen Finanzdienstleisters. „Die meisten von denen schleppen unsere Vorgesetzten hier an. Das sind oft deren Nichten, Neffen oder unehelichen Kinder – Vitamin-B sag‘ ich nur. Viele sind dumm wie Brot und faseln davon, später ja doch was mit „Medien“ machen zu wollen. Spinner, wenn Sie mich fragen.“ Doch wie der Plage Herr werden, fragt das Hänselblatt. „Naja, wenn sie uns schon die Luft weg atmen, können sie wenigstens mit anpacken.“ Was das genau sei, dieses „mit anpacken“, wollte uns der Herr im feinen Nadelstreifenanzug nicht verraten, doch das Hänselblatt hatte an diesem Tag noch einen Termin mit einem ausgemachten Experten in Sachen „Praktikum“.

„Niemand ist komplett nutzlos.“

Unternehmensberater Mark-Kai P. Rakti* empfängt uns mit einem festen Händedruck, der mindestens genauso stark ist wie seine Meinung: „Beide Seiten können vom Praktikum profitieren“, behauptet er. „Obwohl ich in meiner dreißigjährigen Karriere noch keinen Praktikanten erlebt habe, der in irgendeiner Form brauchbar gewesen wäre, ist doch eines klar: JEDER kann Kaffee kochen, Staubsaugen oder den Müll rausbringen. Für die meisten Praktikanten – vor allem für Absolventen der Universität – sind das Basics, die sie weder daheim, noch in ihrer WG gelernt haben.“ Ein Praktikum, so führt Rakti weiter aus, könne demnach wirklich jedem helfen, auf beruflicher und menschlicher Ebene.

Durchstarten nach dem Pratkikum

„Jetzt weiß ich, wie der Hase läuft“, sagt ein zufriedener Mirko S. (29). „Ich bin seit drei Jahren mit der Uni fertig und habe seitdem acht Praktika gemacht. Drei in großen Banken, vier in Regierungspräsidien und sogar eins bei einem großen Fernsehsender. Was ich da gelernt habe….meine Freundin sagt, ich mache den besten Filterkaffee, den sie je getrunken hat. Bereits am Geräusch der Maschine erkenne ich, ob zu viel oder zu wenig Pulver im Filter ist.“ Mirko S. kann sich nun vor Jobangeboten nicht mehr retten. „Renommierte Kaffeehäuser rennen mir förmlich die Bude ein, die wollen mich alle haben. Bezahlung wäre gut, aber ich denke, ich mache noch ein paar Praktika. Denn eigentlich will ich irgendwas mit Medien machen. Mal gucken.“

*Kein Scherzname! Nicht von der Redaktion geändert!

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